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Zeitschrift ENERGIE&MANAGEMENT
3. Dezember 1996
Wolf-Dieter Glatzel
Aufgewachsen im zerbombten Nachkriegs-Berlin studierte der professionelle Umweltschützer an der Technischen Universität Berlin und an der University of Cape Town Verfahrenstechnik. Praktische Erfahrungen bei AEG, Bayer Leverkusen, im Wasserkraftwerk Sariyar in der Türkei und beim Council for Scientific und Industrial Research in Pretoria. Nachdem er sich an der Entwicklung künstlicher Nieren, der Stochastik in Blasensäulen und der Wärmeübertragung in Plattenwärmetauschern versucht und bei den 68ern beteiligt hatte, gelang ihm 1977 doch noch die Promotion über den “Prallverschleiß beim pneumatischen Transport”. Somit gut gerüstet ging er 1978 zum jungen Umweltbundesamt, wo er seine Leerzeit mit der Betreuung der Abwärmekommission zubrachte, die es schaffte, das Thema Aufheizung von Gewässern herunterzukühlen. Anschließend wurde es dann heiß. Seine Arbeiten zur Emissionsbilanzierung von Elektrospeicherheizungen und Wärmepumpen fanden nicht die ungeteilte Zustimmung der Elektrizitätswirtschaft. Aus dieser Zeit rührt auch sein andauerndes Engagement für die kommunale Energiewirtschaft. Mit dem Entwurf der Wärmenutzungs-Verordnung gelang es ihm, beinahe den Standort Deutschland in Gefahr zu bringen und sich als “Öko-Stalinist und -Faschist” ins Gespräch zu bringen - für das Mitglied der Pünktchen-Partei eine reife Leistung. Erfolgreicher war er dann mit seinen Arbeiten zum Klimaschutz in Deutschland, als Wasserträger für den 25%-Beschluß der Bundesregierung. Nach einem Intermezzo im Bereich Eisen/Stahl/ Steine/Erden übernahm er nach der Wende das Fachgebiet “Umwelt und Energie” im Umweltbundesamt. In dieser Funktion bemüht er sich rastlos - von Güterloh bis Kiew, von Gleiwitz bis Warendorf - um die energetische Effizienzrevolution zur nachhaltigen - und damit vor allem wirtschaftlichen - Entwicklung. Demzufolge argumentiert er besonders intensiv in Diskussionen beim Thema “Umweltschutz kostet nun einmal Geld”. Trotz ubiqitärer Stimmungslage “KWK = Kaos wird kommen” schaut Wolf-Dieter Glatzel immer noch recht optimistisch in die Zukunft, liest fortschrittliches ENERGIE&MANAGEMENT und engagiert sich nachhaltig für die KWK als Kern innovativer Energiesysteme.
